Eine Plattenfirma gründen
Plattenspieler © somenski - Fotolia.com
Wer Musik liebt und Bands helfen will, eine Karriere aufzubauen, kann daraus im besten Fall ein Geschäftsmodell machen und eine eigene Plattenfirma gründen. Denn Geld lässt sich damit recht gut verdienen, geben die Deutschen laut einer Umfrage doch durchschnittlich 51 Euro pro Monat für CDs aus. Allerdings muss vor der Gründung einiges beachtet werden. Wichtige Anhaltspunkte sind die Rechtsform, Steuerfragen, Künsterlexklusivverträge und Bandübernahmeverträge.
Die Rechtsform: Für eine Plattenfirma empfielt sich die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Sie unterliegt dem Handelsgesetzbuch, zudem gibt es das Gesetz betreffend der Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Darin können die Pflichten und Rechte der Gesellschaft beziehungsweise der einzelnen Gesellschafter nachgelesen werden. Wichtig zu wissen ist, dass eine GmbH im Schludfall mit ihrem Vermögen haftet – im schlimmsten Fall die gesamte Summe auszahlen muss. Die Gesellschafter ihrerseits haften nur mit dem Teil ihres Privatvermögens, das sie als Einlage für die Firma bestimmt haben. Zur Gründung einer GmbH gibt es spezielle Musterverträge.
Steuern: Zu entrichten ist vor allem die Umsatzsteuer. Eine GmbH muss außerdem Körperschaftssteuer bezahlen, Gewerbesteuer sowie Lohnsteuer und Kapitalertragssteuer.
Verträge: Mit einem Künsterexklusivvertrag bekommt die Plattenfirma die Exklusivrechte an der Vervielfältigung der Masterbände des Künstlers. So wird dieser Vertrag auch zwischen Firma und Künstler geschlossen. Das heißt, ein Großteil des Geldes, welches durch Vermarktung und Verkauf reinkommt, geht an die Plattenfirma. Dafür trägt diese aber im Vorfeld auch die Produktionskosten eines Albums, was kein unerhebliches finanzielles Risiko darstellt.
Bei einem Bandübernahmevertrag spart sich die Plattenfirma die Produktionskosten und bekommt damit nur die Verwertungsrechte an den bereits produzierten Masterbänden. Der Vertrag entsteht dann zwischen Plattenfirma und Produzent.
Wer nun glaubt, eine Plattenfirma sei das geeignete Geschäftsmodell für eine Selbständigkeit, sollte sich möglichst früh auch nach geeigneten Räumlichkeiten umschauen. Passende Büroräume, gerade auch für die Befürfnisse der Musikbranche, findet man auf Immobiliensuchportalen, etwa dem Immobilienmarktplatz immonet.de.
Charts 2011: Die Abräumer des Jahres
Charterfolg © frank peters - Fotolia.com
Wenn sich ein Jahr dem Ende neigt, dann häufen sich die Jahresrückblicke zunehmend: was waren die größten Ereignisse des Jahres, welche die Traurigsten und Bewegendsten. Dabei darf auch ein Musik-Rückblick nicht fehlen, der immer wieder für Überraschungen sorgen kann. Denn nicht selten landet ein Song auf Platz ein der Jahres-Hitparade, den man dort nicht vermuten würde. Nicht nur aufgrund der Einfachheit eines Liedes, vielmehr weil es einem vorkommt, dass der Song schon ewig alt ist. Ähnlich wird es wohl vielen mit dem erfolgreichsten Hit des Jahres 2011 gehen: Jennifer Lopez landet mit ihrem Song “Hit The Floor” ganz vorne. Die Tanznummer auf der Melodie von “Lambada” und mit männlicher Rap-Unterstützung von Hip-Hopper Pitbull behauptete sich vor dem Sommerhit “Mr. Saxobeat” der rumänischen Sängerin Alexandra Stan. Dahinter folgt auf Platz drei der Aufsteiger des Jahres Bruno Mars mit seinem Song “Grenade”.
Immerhin schaffte es auch ein Deutscher in die Top 5: “Superstar”-Gewinner Pietro Lombardie konnte ähnlich wie seine Vorgänger von dem DSDS-Hype profitieren und kam mit “Call My Name” auf den fünften Rang. Ob er angesichts der demnächst startenden neuen DSDS-Staffel auch 2012 so weit vorne landen wird, muss indes bezweifelt werden. Anders sieht es da schon bei den deutschen Musik-Größen aus, die sich in 2011 vor allem in den Album-Charts behaupten konnten. Gleich hinter der Spitzenreiterin Adele, die mit ihrem wunderschönen Album “21″ ganze 49 Wochen in den Top 100 vertreten war, kommen die deutschen Musik-Legenden Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer. Udo verzückte mit seinem “MTV-Unplugged”-Album “Live aus dem Hotel Atlantik” und Herbert schaffte es mit seinem nunmehr 16. Studioalbum “Schiffsverkehr” auf den dritten Platz. In die Top 10 liegen weitere Deutsch-Musiker: Unheilig landet mit “Große Freiheit” auf Platz 5 und direkt dahinter reiht sich Rosenstolz mit ihrem Comeback-Album “Wir sind am Leben” ein. Das gute Abschneiden deutscher Musiker in den Album-Charts 2011 komplettieren die Schlagersängerinnen Helene Fischer und Andrea Berg, die gleich zwei Mal unter den ersten 20 vertreten sind. Dazu kommen Newcomer Tim Bendzko und die Rocker von Rammstein sowie auf Platz 19 und 20 Pietro Lombardi und Gran-Prix-Gewinnerin Lena mit ihrem zweiten Album “Good News”.
Die Marketingmaschine Michael Jackson
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Der King of Pop ist verstorben, doch das Geschäft mit ihm blüht. Pünktlich zu Weihnachten erscheint jetzt ein neues Buch über Michael Jackson. Geschrieben hat es der ehemalige Manager Jacksons Dieter Wiesner aus Rodgau bei Frankfurt. Er hatte den Sänger und Musiker in den neunziger Jahren kennen gelernt, als er mit ihm einen Energydrink vermarkten wollte. Zwar wurde daraus nichts, doch Wiesner wurde von Jackson in engsten Freundeskreis aufgenommen. Er lebte zeitweise mit ihm auf der Neverland-Ranch und wurde 2002 auch sein Manager. Sein Buch nun trägt den Titel “Michael Jackson – Die wahre Geschichte”. Doch es wird klar, dass es wohl kaum die “wahre” Geschichte ist, sofern es diese überhaupt geben kann. Wiesner beschreibt die Geschichte, wie er sie erlebt hat. Er erzählt, wie der Sänger auf Parkplätzen vor Pizzabuden dem “goldenen Käfig” entflieht, Wiesners Neffen Geschenke macht und idealisiert Jackson dabei sehr. Die Anklage wegen sexueller Nötigung und die Missbrauchsprozesse sieht er als Anstoß einer großen Kampagne mit dem Ziel Michael Jackson zu schaden und ihm sein Leben zu zerstören.
Nach dem Freispruch 2005 war Wiesner nicht mehr Jacksons Manager. Ein neues Team des Unterhaltungskonzerns Anschutz Entertainment Group (AEG) arbeitete am Comeback des fast bankrotten Sängers. Unter ihnen befand sich auch Conrad Murray, Jacksons Leibarzt, der nun wegen fahrlässiger Tötung auf vier Jahre Gefängnis verurteilt wurde. Die Jackson-Maschinerie wurde wieder angeworfen und sollte mit einer Reihe von 50 Konzerten einen Riesengewinn einbringen. Daran arbeitete das Team fieberhaft und ohne Rücksicht auf Jacksons Gesundheitszustand.
Was Wiesner in seinem Buch nicht erwähnt, ist seine eigene Klage gegen den einstigen Freund im Jahr 2005, mit der er letztendlich eine Millionen-Abfindung kassierte. Auch von den Ermittlungen gegen den Ex-Manager wegen Betrugs liest man keine Zeile in Wiesners Buch.
Letztendlich ist also die Jackson-Geldmaschine wieder am laufen. Michael Jackson selbst hat im vergangenen Jahr 170 Millionen US-Dollar eingenommen damit mehr als jeder andere verstorbene Künstler und sogar – ausgenommen die Band U2 – im letzten Jahr alle lebenden Künstler getoppt.
20. Todestag von Freddy Mercury
Freddie Mercury, Foto: orange beard_flickr
Der 24. November 1991 war ein denkwürdiger Tag für die Musikgeschichte und für den Kampf gegen Aids. Freddy Mercury, Frontmann der legendären Band Queen erlag an diesem Tag mit nur 45 Jahren der tödlichen Immunschwäche.
Die Songs, die er schrieb, können ohne anmaßend zu wirken als zeitlos beschrieben werden. “We are the Champions” beflügelt bis heute Gewinnertypen auf der ganzen Welt. Sein wohl markantestes Markenzeichen war der Schnauzbart.
Der stimmgewaltige Mercury mit der zierlichen Statur beherrschte 3-Oktaven perfekt. Er wurde als Sohn indischer Eltern auf Sansibar geboren und liebte spektakuläre Bühnenshows, sowie den auschweifenden Lebensstil des Rock & Roll. Er hatte über die Jahre zahlreiche Liebhaberinen, outete sich dann aber recht früh als bisexuell. Sein musikalischer Erfolg wurde immer mehr von nächtlichen Exzessen begleitet. Er feierte ausgiebig und viel und lies dabei weder den Alkohol noch die Drogen aus. Er lebte zunächst in München und zog von dort in den Londoner Stadteil Kensington.
Diese Exzesse gingen nich spurlos an ihm vorbei und er infizierte sich bereits 1987 mit HIV. Viel wurde in den Medien über seinen Gesundheitszustand spekuliert, der sich immer drastischer verschlechterte, was ihm äußerlich deutlich anzusehen war. Erst in seinem Todesjahr gab er seine Erkrankung öffentlich zu und erlebte die Uraufführung seines eigens für die Olympiade komponierten Stückes “Barcelon” nicht mehr. Am 24.November 1991 erlag er einer Lungenentzündung, die er aufgrund der Immunschwäche nicht mehr abwehren konnte.
Freddy Mercury ist bis heute eine Ikone geblieben, die Künstler rund um den Globus inspiriert. 2009 wählte das “Classic Rock” Magazin Mercury zum besten Rocksänger aller Zeiten.
Bandpromotion: Merchandising und Tourneeplanung
Jede junge Band will sich Gehör verschaffen. Wie bringt man aber die eigene coole Musik in die Ohren der Fans oder gar der Redaktionen und Medien? Nun, Musik ist und bleibt Geschmackssache. Aber wenn man sich und die Band gekonnt in Szene setzt, hat man sicherlich mehr und bessere Chancen, dass man wahrgenommen wird.
Am Anfang verfügt kaum eine junge Band über genug Mittel, um eine profesionelle Promotion-Agentur zu beauftragen. Das heißt, die Bandmitglieder müssen sich um die eigene Promotion alleine kümmern. Man braucht aber nicht gleich verzweifeln. Denn eine gute Bandpromotion ist auch bei kleinen Budgets gut zu realisieren. Man muss sich nur die Zeit nehmen und die vielen Möglichkeiten kennen lernen, die es gibt, um die eigene Band und die Musik in eine erfolgsversprechende Form zu verpacken.
Als erstes sollten sich alle Band-Mitglieder überlegen, welches Logo am besten zur Band und seiner Musik passt. Sobald man sich für ein schickes Logo entschieden hat, kann man es auch gestalten lassen. Dann kommen wir schon zu der Wahl der Promotion-Produkte, die mit dem Logo versehen werden sollen. Die Palette der Promotion-Produkte reicht dabei von Flyer über Aufkleber, Plakatte, Bandprospekte, Eintrittskarten bis hin zu Plektren, T-Shirts, Schlüsselbänder. All diese Bandpromotion-Artikeln transportieren das eigene Logo, setzen die Band professionell in Szene und helfen, den Fans in Erinnerung zu bleiben.
Insbesondere wenn ein Tourneee ansteht und geplant werden soll, kann man sich überlegen, welche Eintrittskarten man drucken lassen will. Wichtig ist auch zu entscheiden, welche Fan-Artikel man mitnehmen und bei den Auftritten verkaufen möchte. Außerdem sollte man all die geplanten Auftritte nicht auf der eigenen Homepage auflisten sondern auch in etlichen Veranstaltungskalender der besuchten Städte eingetragen.
Selbstverständlich will nicht nur das Merchandising, sondern auch die erste Tour gut geplant sein. Eine erfolgreiche Tournee steht und fällt schließlich mit einer optimalen Beherbergung der Band. Eine preisbewusste Hotelsuche bei hrs könnte dabei eine wichtige Hilfe sein.
“Oceans Kingdom” von Paul McCartney
McCartney in jungen Jahren, Foto: brizzle born and bred_flickr
Sein neuestes Werk trägt den Namen “Oceans Kingdom“, womit das ehemalige Bandmitglied der weltberühmten und umjubelten Beatles ein Ballet schuf. Doch der Wettstreit scheint sich viel weniger an die derzeitge Musikwelt zu richten, als vielmehr an einen ehemaligen Kollegen, der schon lange nicht mehr unter uns weilt. Paul McCartney selbst beschreibt John Lennon als seinen Gegner. Ein Gegner, der schwer zu übertrumpfen ist, vor allem, seitdem dieser vor 31 Jahren Opfer eines Attentates wurde. So bleibt also nur, vor dem verbleibenden Rest der Menschen in der Musikwelt und darüber hinaus das Können zur Schau zu stellen.
Sein “Liverpool Oratorio” komponierte der Musiker bereits vor zwanzig Jahren. In etwa zur gleichen Zeit entstanden auch “Working Classical” und “Standing Stones”,eine sinfonische Dichtung über englische Steinkreise. Zuletzt entstand aus seiner hochmusikalischen Arbeit ein meisterhaftes Chorwerk, das sich “Ecce Cor Meum nennt”. Alles was fehlte, um die Reihe seiner Stücke komplett zu machen, war ein Ballett. Damit holte Paul McCartney nun auf und präsentiert, wie schon bei “Octopusses Garden” oder “Yellow Submarine” ein Unterwasserwerk, das sich in Form einer viersätzgen Tanzsuite als Auftragswerk des New York City Balletts zeigt. Wer sich nach dem Meer sehnt, findet hier seine Ruhe in einer Geschichte um wogende Wellen, das reine Meer und die ebenso reine Liebe zwischen Meereswesen.
The Rapture sind zurück

The Rapture, Quelle: Jalapeño/Flickr.com
Mit einem neuen Album sind sie zurück – The Rapture. ” In The Grace Of Your Love” heißt ihre neue Platte und vereint Post-Punk mit Dancefloor Beats mehr denn je zu einer neuen Art des “Disco Punks.”
Einige Zeit haben sich The Raptureim Hintergrund gehalten, doch mit dem neuen Album, welches auch fast unbemerkt das Saxofon wieder salonfähig macht, treten sie zurück ins Rampenlicht.
1998 gegründet sind The Rapture eine typische Band der Neunzigerjahre. Die New Yorker Jungs mit Luke Jenner als Sänger und Frontmann veröffentlichen 1999 ein Debüt-Album mit dem Namen Mirror,welches jedoch aus heutiger Sicht zu vernachlässigen ist. Damals zogen sie noch durch die Clubs kaum genug Geld in der Tasche, um sich über Wasser zu halten und schliefen so meist bei Leuten aus dem Publikum. Nach dem Erscheinen ihres ersten Albums werden sie wie viele Bands in dieser Zeit in die “Disco Punk” Schublade gesteckt.
Sie kombinierten damals schon das Saxofon, welches jedoch eher in die Freejazz Richtung geht, als in die der Popachtziger. Heute jedoch wird es alles noch viel verrückter. Im neuen Album werden auch Instrumente wie das Akkordeon eingesetzt, um eine interessante Mischung aus Minimal-House-Vokals zu erzeugen.
Mit einem tollen neuen Album und viel Power sind The Rapture nun wieder am Start und wer die letzten beiden Alben “Echoes” und “Pieces Of The People We Love” schon gemocht hat, der wird “In The Grace Of Your Love” lieben!
Das neue Album von den Red Hot Chilli Peppers

Die Band, Foto: l.i._flickr
Die Red Hot Chili Peppers veröffentlichten vor kurzem ihr neues, zehntes Studioalbum „I’m with you“. Der SPIEGEL-Reporter für Kultur, Andreas Borcholte, zog zu dem neuen Album der Peppers folgendes Fazit: “I’m With You” ist ein gutes, aber kein großes Album, es hat die üblichen Single-Hits, neben dem allzu flauschigen Songs, aber anhören kann man es sich. es hat mit Rick Rubin einen Produzenten, der die Band in- und auswendig kennt, und mit Cover-Gestalter Damien Hirst einen veritablen Kunstanspruch.
Seit fast 30 Jahren gibt es die Peppers nun schon, einige nennen sie sogar die „kalifornischen Rolling Stones“, da sie ähnliche Meilensteine in der Rockmusik schufen.
Kritiker bemängeln hingegen, dass die Band immer schlechter wird, die Innovationen fehlen, die Musik schlicht und ergreifend nicht mehr das ist, was sie einmal war. Naja, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, daher enthalte ich mich auch einer Wertung dieser Ansicht. Fakt ist, dass die Peppers schon sehr lange im Geschäft sind und man ihnen sicherlich nicht verdenken kann, wenn sie nach neuen Sounds suchen und herumexperimentieren. Die Stimmen der Kritiker wären höchstwahrscheinlich genauso laut, würden die Peppers immer noch versuchen mit alten Sounds zu überzeugen. Eine Band entwickelt sich weiter und braucht den Mut zur Veränderung. Zumal die altbekannten Pepper-Songs ja nun wirklich nicht verloren sind. Songs wie „Californication“ oder „Under the Bridge“ laufen ja immer noch im Radio rauf und runter, sodass eine Veränderung des Musikstils endlich mal für ein wenig Abwechslung sorgen könnte. Des Weiteren sind die Herren der Peppers ja nun auch schon ein wenig älter geworden, ihr Musikgeschmack wird sich dementsprechend geändert haben und sich auf ihre neuen Songs spiegeln.
100 Jahre Wagner-Festspiele

Richard Wagner, Foto: amanojaku_uk2011_Flickr
In Bayreuth werden 100 Jahre Wagner-Festspiele gefeiert. Doch die Wagner-Schwestern halten sich stark zurück. Es stellt sich nun die Frage, warum? Etwa wegen der NS-Vergangenheit?
2011 überschlägt sich Bayreuth mit Jubiläen. Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt, der auch auf dem Bayreuther Stadtfriedhof begraben ist, 200 Jahre alt. Zudem werden die Wagner-Festspiele seit 1876 zum 100. Mal veranstaltet. Denn zwischendurch gab es immer entweder aus ökonomischen oder aus politischen Gründen Unterbrechungen. Auch das Neu-Bayreuth feiert sein 60-jähriges Jubiläum – die Wiedergeburt der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg. 1951 revolutionierte Wieland Wagner als Regisseur die Festspiele, indem er alles von der Bühne räumte und sie von allen ideologischen Fußfesseln befreite.
Bayreuth wird mit all diesen Festen quasi zu einer Weltstadt auf Zeit. “Lust auf Liszt” heißt die Veranstaltungsreihe, die mit 150 Veranstaltungen über das Jahr verteilt in der Stadt stattfinden wird. Der Nachteil: Keine Veranstaltung findet außerhalb Bayreuths statt.
Bei den Nachkömmlingen in der Wagner-Familie ist daher auch ein Streit entfacht. Während die Chefin des Weimarer Kunstfestes Pelerinages, Nike, eine Wieland-Tochter, das wie folgt kommentiert: “Die Bringschuld der Wagners Liszt gegenüber ist gewaltig.” Daher hätte sie eine Schuldentilgung mit einer Geste wie ein Geburtstagskonzert am 22. Oktober im Festspielhaus erwartet. Ihre Cousinen sehen das Ganze anders. Die Festspielleiterinnen Eva und Katharina sagen, dass die Satzung es nicht zulasse auf dem Wagner-Hügel Musik eines anderen Komponisten zu spielen. Außerdem soll es im Oktober für die Örtlichkeit zu kalt sein. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass bei der Trauerfeier für Wolfgang Wagner am 11. April 2010 Musik unter anderem auch von Meldessohn gespielt worden ist. Bei Franz Liszt soll das aber nicht möglich sein?
Katharina und Eva Wagner beauftragten im Jahr 2009 eine Historikerkommission, die NS-Zeit auf dem Grünen Hügel zu erforschen und fragten Familienmitglieder nach Akten und Dokumente aus der Vergangenheit.Man kann nur hoffe, dass sich diese noch im Familienbesitz befinden und nicht schon bei den Kleinanzeigen verkauft worden sind.
Mick Jagger: Neue Formation
Die Rolling Stones haben bekanntlich viele gute Lieder aufgenommen und sind dadurch legendär geworden. Heute findet man die Platten der Band nicht nur in Kleinanzeigen, sondern auch in CD-Läden ganz weit vorn, denn ihre Fans haben sie bis heute nicht verloren. Genau diese Fans dürfen sich nun freuen: Mick Jagger, der Frontmann der Stones, hat eine neue Band. SuperHeavy heißt die Band und man kann „Unerkennbares“ erwarten, wie Jagger selbst sagt. Schließlich sind in dieser Gruppe nicht nur Jagger, sondern auch Eurythmics-Kogründer Dave Stewart, Reggaemeister Damian Marley, Soul-Stimme Joss Stone und der Komponist von „Slumdog Millionaire“ A.R. Rahman. Ein kunterbunte Mischung also, in der die jeweiligen Vorlieben der Mitglieder einfließen. Im Endeffekt soll man das Album nicht in eine bestimmte Kiste stecken können, weil jeder andere Vorlieben hat. Aufgenommen wurde die neue Platte in den Jim-Henson-Studios in Los Angeles. Dabei wurde aber nicht nur dort produziert. Über den gesamten Kontinent wurde getrennt aufgenommen – am Ende waren es 35 Stunden Musik, die natürlich danach gekürt wurden.
So darf man dem Album von SuperHeavy mit Freude und Spannung auf die neuen Kreationen entgegen schauen. Das erscheint am 16. September in Deutschland unter dem Schirm von Universal. Einen kleinen Vorgeschmack konnte man schon bekommen, denn die erste Single liegt bereits in den Plattenläden. Eine Mischung aus Rock, Soul, Reggae und World Music. Auch für Jagger, der normalerweise nur mit Rockstars, die sich während eines Auftrittes auch mal gerne in den Schritt fassen, zusammenarbeitet, war es „interessant“ mit unterschiedlichen Künstlern zu arbeiten. Eine Tour ist derzeit nicht geplant, weil man erstmal die Reaktionen der Hörer abwarten müsse, dennoch träumt Jagger schon: „Yeah, in einem Zelt auf dem Glastonbury-Festival mit den nicht einzuordnenden Acts.“




